• „Holt – Der Windkraft-Schwindler“: ab 27.03. in der ARD Mediathek
    „Holt – Der Windkraft-Schwindler“ erzählt die wahre Geschichte von Hendrik Richard Holt – einem jungen Unternehmer aus dem emsländischen Haselünne, der zum Hoffnungsträger der deutschen Energiewende aufsteigt und schließlich als Betrüger verurteilt wird. Der Film zeichnet den Aufstieg und Fall eines Mannes nach, dessen Selbstinszenierung, politische Nähe und familiäres Umfeld ein Betrugssystem ermöglichen, das auf eine Beute von mehr als einer Milliarde Euro abzielt. Dokumentarfilm von Jan Peter und Sandra Naumann, produziert von Frisbeefilms, ab 27.3. in der ARD Mediathek und im Ersten (Sendedatum N.N.)

    Ein betrügerisches Imperium

    Im Alter von nicht mal dreißig Jahren gilt Holt als Visionär. Seine Firma, die Holt Holding, wird als modernes Familienunternehmen präsentiert, Holt ist politisch bestens vernetzt und scheinbar prädestiniert, große Windkraftprojekte in Deutschland durchzusetzen – selbst dort, wo Widerstand von Bürgern und Kommunen herrscht. Energiekonzerne investieren in das Versprechen, frühzeitig Zugriff auf genehmigungsreife Großprojekte zu erhalten. Doch dieses Versprechen basiert auf Fälschungen.

    Projektunterlagen samt Unterschriften, Bestätigungen und vollständigen Dokumentenketten werden systematisch manipuliert – teils schlicht am Rechner erstellt. Zustimmungserklärungen von Eigentümern, Gemeinden und Behörden existieren nur auf dem Papier. So entsteht der Anschein genehmigungsreifer Windkraftprojekte und die Grundlage für einen geplanten Milliarden-Deal – auf einem Fundament aus Täuschungen.

    Täuschung und Selbsttäuschung

    Erst als eine Kommunalbeamtin Anzeige erstattet, gerät das System ins Wanken. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt, arbeitet sich durch Akten, Verträge und gefälschte Dokumente – und deckt Schritt für Schritt die Dimension des Schwindels auf. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und einem Mann, der weiter an seine eigene Legende glaubt. Holt selbst spricht immer wieder davon, unbedingt Milliardär werden zu wollen. Am Ende folgt der Zugriff: Im April 2020 wird Holt im Berliner Hotel Adlon festgenommen. 2022 wird er gemeinsam mit weiteren Beteiligten wegen bandenmäßigen Betrugs zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Holt befindet sich derzeit im offenen Vollzug. Der Film zeigt, wie dieses System funktionieren konnte: getragen von Holts charismatischer Selbstdarstellung, dem Image eines erfolgreichen Familienunternehmens und einem Umfeld, das lieber an den großen Wurf glaubt, als genau hinzusehen. Mehrere Familienangehörige sind aktiv in die Geschäfte eingebunden und werden später ebenfalls zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Betrug zerstört nicht nur das Vertrauen von Investoren und Partnern, sondern auch eine Familie.

    Eine Geschichte über Gier und Moral

    „Holt – Der Windkraft-Schwindler“ zeigt Hendrik Holt ausführlich selbst vor der Kamera – ebenso seine Ehefrau und seine Großmutter, frühere Weggefährten, aber auch Ermittler, Staatsanwälte und Journalisten, die den Fall über Jahre begleitet haben. Der Film legt offen, wie Betrug entstehen kann, wenn Image, Machtversprechen und familiäre Loyalitäten einander verstärken – und wie schwer es ist, ein solches System zu stoppen. Und so ist der Film mehr als die Chronik eines spektakulären Wirtschaftsstrafverfahrens: Er ist ein dokumentarischer Wirtschaftsthriller über Selbstinszenierung, Größenwahn und die blinden Flecken eines Systems, das großen Versprechen oft zu lange glaubt. Zugleich ist er das Porträt eines Mannes, der seine eigene Rolle immer weiter steigert – bis sie ins Absurde kippt.

    Ein neues Projekt des „Lubi“-Teams

    Nach der erfolgreichen Doku-Serie „Lubi – Ein Polizist stürzt ab" setzt das Team um Jan Peter, Sandra Naumann und dem Produzenten Alexander Bickenbach von Frisbeefilms die Zusammenarbeit mit dem SWR fort, diesmal gemeinsam mit HR und NDR. Jan Peter schrieb, erneut als kreative Leitung gemeinsam mit Sandra Naumann das Drehbuch und führte Regie. Die Bildgestaltung liegt bei Jürgen Rehberg. www.ard.de


    Mon, 09. Feb 2026




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