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eifel.radio startet in Prüm: Ab Mittwoch auf 91,9 MHz im Stadtgebiet zu hören
Ab Mittwoch, 7. Oktober 2026, ist eifel.radio auch in Prüm über UKW zu empfangen. Auf 91,9 MHz versorgt der neue Sender das Stadtgebiet. Die Antenne ist auf einem Mast auf
einer Liegenschaft der Eifelstolz Grundbesitz GmbH an der Prümer Stadtwaldsiedlung montiert.
Prüm ist nach dem Nürburgring (87,7 MHz) und Daun (92,2 MHz) der dritte Standort im Sendernetz von eifel.radio. Zu hören gibt es Musik, aktuelle Veranstaltungstipps und Unterhaltung aus der Region; lokale Nachrichten sollen nach und nach ausgebaut werden. Wer außerhalb der drei UKW-Sendegebiete wohnt, hört eifel.radio im Internet unter www.eifel.radio .
eifel.radio wird von der Milling Broadcast Services GmbH aus Nettersheim betrieben. Der Sender ist Teil eines Versuchs der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. Erprobt wird, wie sich ein Hörfunkprogramm über eine Cloud-Lösung dezentral produzieren und verbreiten lässt. Nach dem Konzept können die reinen Betriebskosten eines Radiosenders so um bis zu 75 Prozent sinken. Das soll gerade kleinen Lokalsendern helfen, wirtschaftlich zu bestehen.
In der rheinland-pfälzischen Eifel gab es schon mehrere Anläufe, ein Lokalradio zu etablieren. Sie sind alle an den Kosten gescheitert. Dass es jetzt realistisch wird, liegt an der Forschung im Versuch und am gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die KI übernimmt Routineaufgaben, die zuverlässig und rund um die Uhr laufen müssen: Wetter, Verkehr und Warnmeldungen werden automatisch und aktuell vertont, auch Teile der Moderation übernimmt die KI.
Menschen kümmern sich um alles, was Gespür und Verantwortung braucht: die Musikauswahl, Recherche und Faktencheck sowie die Präsenz vor Ort bei Presseterminen und Veranstaltungen.
Christian Milling, Milling Broadcast Services GmbH: „KI und Mensch gehen bei uns Hand in Hand. Die KI macht die Pflicht, wir Menschen machen die Kür. Eine KI kann eine Unwetterwarnung in Sekunden sprechen, aber sie wird nie beim Dorffest am Mikrofon stehen oder den Gemeinderat besuchen. Genau das macht Lokalradio aus. Hier ist Eifel!“
Mit dem Standort Prüm hat die Medienanstalt den Versuch im September 2025 um zwei Ziele erweitert: die autonome Energieversorgung von Sendestandorten mit Solarenergie und eine ausfallsichere Programmzuführung. Hintergrund sind die Erfahrungen bei großen Stromausfällen. Dort lässt sich die Bevölkerung am einfachsten über UKW informieren und warnen, denn ein batterie- oder solarbetriebenes Radio funktioniert auch dann noch. Voraussetzung ist, dass auch der Sender selbst weiterläuft.
Für das Team hinter eifel.radio ist das kein theoretisches Szenario. Nach der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal und in anderen Teilen der Eifel hat es mit dem Ahrtalradio die Menschen in der Region vier Monate lang, von September 2021 bis Januar 2022, mit Informationen versorgt. Aus diesen Erfahrungen arbeitet es seitdem daran, dass das Radio für künftige Krisen gerüstet ist, auch wenn alle hoffen, dass sie nie eintreten.
Christian Milling: „Prüm ist für uns ein besonderer Standort. Hier testen wir ab 2027, wie ein lokaler Sender auch dann weitersendet, wenn das Stromnetz ausfällt. Das ist für die Eifel mit ihren langen Wegen und ihrer Hochwassererfahrung keine Theorie.“
Tue, 06. Oct 2026
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