• Neue Budgetverhandlungen: Hessische nicht-kommerzielle Lokalradios bleiben zunächst auf UKW
    Die Medienanstalt Hessen hatte die Verträge über die UKW-Verbreitung der nicht-kommerziellen Lokalradios mit dem technischen Dienstleister Uplink Network zum 30. Juni 2026 gekündigt, doch alle sieben Veranstalter sind nach wie vor im UKW-Band auf Sendung. Wie Florian Ihlow, Geschäftsführer von Uplink Network, gegenüber SatelliFax erläutert, habe dies Gründe. Aktuell liefen bei der Medienanstalt neue Budgetverhandlungen, die möglicherweise doch noch einen Weiterbestand der NKLs auf UKW ermöglichen könnten. Da Aufwand und Kosten einer Stillegung und erneuten Inbetriebnahme höher wären, hat sich der Netzbetreiber dazu entschieden, bis zu einer endgültigen Klärung die Programme über die angestammten UKW-Frequenzen am Netz zu belassen.

    Ausnahme ist radio x in Frankfurt. Dieses Programm sendet jetzt offiziell im Rahmen einer neuen vertraglichen Vereinbarung auf UKW weiter, dafür wurde das Stadtradio zum 1. September wieder auf DAB+ abgeschaltet. Alle anderen sechs Lokalradios sind derzeit parallel auf UKW und DAB+ zu hören.

    Ihlow geht davon aus, dass UKW allgemein noch bis mindestens Mitte der 2040er-Jahre eine große Rolle in Deutschland spielen werde. Mit wenigen Ausnahmen setzten vor allem große Privatradios weiter auf den Verbreitungsweg, da sie über die analoge Terrestrik das meiste Geld verdienen. Doch auch die ARD-Anstalten würden noch einmal stark in UKW investieren, etwa in neue Sender und Antennen. Ihlow rechnet damit, dass vor allem die High Tower - High Power-Anlagen noch lange in Betrieb blieben und nur kleinere Füllsender abgeschaltet würden.

    Privatradios hätten das Problem, auf lange Sicht zwei terrestrische Wege finanzieren zu müssen. Doch auch hier würden maximal kleine, unwirtschaftliche UKW-Frequenzen abgeschaltet. Effektivere Strukturen in Technik, etwa Cloud-basierte Lösungen anstelle teurer Funkhäuser, könnten aber dafür sorgen, dass eine Finanzierung beider terrestrischer Verbreitungs-Wege auf lange Sicht möglich wäre.

    Die Diskussion UKW oder DAB+ hält Ihlow für beendet. Beides habe noch lange seine Berechtigung und der Gegner seien heute neue Streaming-Angebote ausländischer Plattformen, die zudem ein Großteil des Werbebudgets abgreifen würden. Wichtig sei zudem die Auffindbarkeit des klassischen, terrestrischen Radio, etwa in neuen Car Entertainment-Systemen.


    Wed, 09. Sep 2026




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