• Quantenverschlüsselung bietet Schutz vor Manipulation von TV-Übertragungen
    Vodafone, die ARD unter Federführung des SWR und die Duale Hochschule Baden-Württemberg arbeiten an mehr Sicherheit bei der Datenübertragung. Nun haben die Partner erstmals einen quantenverschlüsselten TV-Stream zwischen dem ARD-Standort Frankfurt und dem SWR-Funkhaus Mainz übertragen. Ein entscheidender Vorteil dieser neuen Technologie, die im Fachjargon ‚Quantum Key Distribution‘ heißt: Abhörversuche von Eindringlingen lassen sich sofort erkennen.

    Im Zeitalter von KI und Supercomputern spielt die Sicherheit bei der Datenübertragung eine immer größere Rolle. Dies gilt besonders für Live-Schaltungen im Fernsehen oder per Stream, die ein Millionenpublikum erreichen. Denn egal ob Fußball-WM oder Berichterstattung vom politischen Geschehen – die Bilder kommen als Datenstrom auf den heimischen TV-Bildschirm. Was wie ein reines Technikdetail wirkt, ist in Wahrheit sicherheitsrelevant: Wenn Übertragungen manipuliert oder gekapert würden, könnten Angreifer in Echtzeit verfälschte Inhalte einspeisen.

    TV-Sender müssen deshalb sicherstellen, dass Inhalte auf dem Weg vom Produktionsort zum Sendezentrum weder abgefangen noch verändert werden können. Heutige Verschlüsselungsverfahren bieten dafür bereits eine solide Grundlage – doch mit dem Aufkommen leistungsstarker Quantencomputer könnten sie künftig angreifbar werden. Denn Quantencomputer könnten aufgrund ihrer besonderen Rechenleistung bestehende Verschlüsselungsverfahren potenziell überwinden. Dem gegenüber steht die Quantenverschlüsselung. Sie verwendet neue Algorithmen zur Verschlüsselung von Daten oder IT-Systemen und nutzt die Möglichkeiten der Quantenphysik, um Abhörversuche sofort zu erkennen.

    Fabrizio Rocchio, Netz- und Technik-Chef bei Vodafone: „Die Quanten-Ära kommt. Wir bereiten uns jetzt mit neuen Technologien und starken Partnern darauf vor. Unser Test zeigt einen Ansatz auf, wie sich sensible Daten über besonders sichere Kommunikationswege in Zukunft noch besser schützen lassen.“

    Fernsehsignal wird sicher übertragen

    Für den Praxistest installierten die Partner Quantentechnologie an zwei TV-Standorten. Diese Endpunkte sind über eine separate Glasfaserleitung, den sogenannten Quantenkanal, verbunden. Über diesen werden Photonen in bestimmten Quantenzuständen, sogenannte Qubits, transportiert. Aus den Qubits werden an beiden Enden Schlüssel erzeugt (Quantum Key Distribution). Diese werden für das beim Datentransport angewandte Verschlüsselungsverfahren genutzt. Jeder Versuch, den Kanal, auf dem die Qubits gesendet werden, abzuhören, wird physikalisch erkannt. Das liegt daran, dass das Messen von Quantenzuständen diese unmittelbar verändert, wodurch ein Lauschangriff auf den Schlüssel sofort sichtbar wird. In diesem Fall wird der Schlüssel sofort erneuert, ohne dass die Daten ihre Sicherheit verlieren.

    Exkurs: Was sind Quantencomputer, was ist Quantenverschlüsselung?

    Quantencomputer sind eine neue Generation von Rechnern, die auf den Prinzipien der Quantenphysik basieren. Während klassische Computer mit Bits arbeiten – also Nullen und Einsen – nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits, die jeweils unterschiedliche Zustände annehmen können. Im Vergleich zu klassischen Computern lassen sich dadurch bestimmte Berechnungen deutlich schneller durchführen und somit potenziell mit viel krimineller Energie und großem Aufwand heutige Verschlüsselungsverfahren brechen.

    Quantum Key Distribution (QKD) ist ein hardwaregestützter Ansatz der Quantenverschlüsselung. Zudem gibt es mit Post Quantum Cryptography (PQC) einen softwarebasierten Ansatz, der neue Algorithmen zur Absicherung von IT-Systemen vorsieht. Bei Quantum Key Distribution werden Abhörversuche physikalisch erkannt – eine Sicherheit, die einen besonders hohen Schutz vor Angriffen durch künftige Quantencomputer bietet. www.vodafone.de


    Fri, 26. Jun 2026




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