• Besserer Empfang von DAB+ Digitalradioprogrammen im Hunsrück
    Die Digitalradiotechnologie „DAB+“ ist angetreten, um zukünftig den analogen UKW-Rundfunk abzulösen. Allerdings klaffen insbesondere im ländlichen Raum immer noch größere und kleinere Versorgungslücken. In Rheinland-Pfalz sind insbesondere Teile der Eifel und dem Hunsrück unterversorgt. Dort herrscht dann Stille im Radio.

    In Stromberg im Landkreis Bad Kreuznach haben jetzt die Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg zusammen mit der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, der Bundesnetzagentur und der Firma Milling Broadcast Services GmbH in einem gemeinsamen Projekt ein „Empfangsloch“ erfolgreich gestopft.

    „Man kann sagen: je schöner die Landschaft, desto schwieriger die Rundfunkversorgung. Idyllische Täler und Weinberge in der Naheregion erfreuen ja Auge und Gaumen, sind aber der Graus für Radiowellen“, erklärt Christian Milling, Geschäftsführer der Milling Broadcast Services GmbH. „Da kommen selbst Radiowellen von hohen Funktürmen mit großen Sendeleistungen, wie dem Schanzenkopfturm in Bad Kreuznach nicht vernünftig hin“.

    Abhilfe schaffen in solchen Fällen nur Füllsender; das sind Sendeanlagen mit kleinerer Leistung die dann einzelne Tallagen ausleuchten. Je mehr solche Füllsendeanlagen aufgebaut werden müssen, desto höher werden die Verbreitungskosten für die Programme, die über diese Antennen abgestrahlt werden. Insbesondere für private Rundfunkanbieter sind die Mehrkosten im Vergleich zur Anzahl der erreichbaren Menschen oft nicht gegenfinanzierbar. „Wir wollen digitales Radio DAB+ auch im ländlichen Raum besser verfügbar machen. Dazu müssen durch Nutzung innovativer Techniken und Kooperationen mit Partnern die Verbreitungskosten runter“, berichtet Milling weiter.

    Mit Erfolg. Durch einen glücklichen Zufall profitiert die Region um Stromberg zukünftig von einer Vielzahl neuer privater Radioprogramme. Der Grund: Ein Antennenmast, der bis vor kurzem noch für den analogen Polizei- und Feuerwehrfunk genutzt wurde und eigentlich hätte abgerissen werden sollte, konnte für die Ausstrahlung von DAB+ kostengünstig hergerichtet werden. Eine Win-Win-Situation auch für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg, Michael Cykfa: „Einfacher Zugang zu einer vielfältigen Medienlandschaft für unsere Bürgerinnen und Bürger in der Verbandsgemeinde liegt mir sehr am Herzen. Gerade in schwierigen Zeiten kann lokales Radio seine Trümpfe ausspielen. Daher freue ich mich sehr, dass wir dieses Projekt gemeinsam auf den Weg gebracht haben.“

    Seit dem 02. April 2025 können auch die für die Region zuständigen Lokalradios „Antenne Bad Kreuznach“ und das kirchliche Radio „Studio Nahe“ zusammen mit weiteren Spartensendern, wie Radio Bollerwagen, Radio popEXPRESS und anderen Programmen digital in bester Qualität in Stromberg und Umgebung empfangen werden.

    „Bereits seit 2017 engagieren wir uns für DAB+ in Rheinland-Pfalz, insbesondere in der Nahe-Region“, so Christan Milling. „Dass die Region um Bad Kreuznach jetzt Pionier in Sachen Ausstrahlung von lokalen DAB+ Programmen in Rheinland-Pfalz ist verdanken wir der Medienanstalt aus Ludwigshafen. Unter ihrer Begleitung erproben wir alternative technische Ansätze zur kosteneffektiven Verbreitung von DAB+ Programmen. Auch das Projekt in Stromberg wird maßgeblich von dort aus unterstützt.“

    Die Nutzung von kommunaler Infrastruktur zur Verbesserung des digitalen Rundfunks in Stromberg könnte Signalwirkung auf das ganze Land haben, hoffen die Projektbeteiligten.


    Fri, 04. Apr 2025




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