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Ein ORF für morgen: Strategische Leitlinien zur Weiterentwicklung des ORF
Der ORF begrüßt das Vorhaben des Medienministeriums, im Rahmen des ORF-Zukunftsforums am 10. und 11. September 2026 einen breiten Dialog über den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu führen und legt daher bereits im Vorfeld strategische Leitlinien zu seiner Weiterentwicklung und zur Stärkung des Medienstandorts vor. Der ORF erbringt heute in Umsetzung seines Auftrags eine umfassende Programmleistung in Fernsehen, Radio, Online und den Landesstudios, die von der österreichischen Bevölkerung intensiv genutzt wird. Um den laufenden Transformationsprozess zu einer gemeinwohlorientierten Public-Service-Plattform zu beschleunigen, die auch im Jahr 2030 und darüber hinaus für alle Bürgerinnen und Bürger relevant ist und gesellschaftlichen Mehrwert für Österreich erbringt, regt der ORF an, zuvorderst die programmliche, die technologische und die finanzielle Zukunftsfähigkeit des ORF zu stärken, und ihn so fit für die digitale Transformation, für eine von Algorithmen geprägte, globale Medienordnung und das KI-Zeitalter zu machen. So kann der ORF noch besser als kraftvoller Motor des Medienstandorts wirken und als verlässlicher Kooperationspartner dazu beitragen, die Medienvielfalt abzusichern. ORF III berichtet am Donnerstag, 10. September, ab 10.00 Uhr bzw. 13.00 Uhr und am Freitag, 11. September, ab 12.50 Uhr bzw. 13.45 Uhr, sowie ab 10.00 Uhr bzw. 9.00 Uhr auf ORF ON.
Einen „ORF für morgen“ schaffen
ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher betont: „Von der Bedeutung eines vielfältigen öffentlich-rechtlichen Medienangebots im Digitalzeitalter überzeugt, wollen wir im Rahmen des Zukunftsforums einen Beitrag leisten, um den ORF bestmöglich weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt all unserer Überlegungen steht dabei immer das Publikum. Der geplante Reformprozess muss deshalb die programmliche, die technologische und die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des ORF stärken, damit er seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag, trotz seines fortgesetzten, intensiven Sparkurses, auch in Zukunft bestmöglich erfüllen kann. Ein gestärkter ORF kann als verlässlicher Infrastrukturpartner des Medienstandorts Österreich und Kooperationspartner der heimischen Medienhäuser wirken. Das Zukunftsforum bietet die Chance, aus einem ,ORF für alle‘ tatsächlich einen ,ORF für morgen‘ zu machen, der auch im Jahr 2030 und darüber hinaus gesellschaftlichen Mehrwert stiftet und erfolgreich dazu beitragen kann, die Medienvielfalt in Österreich zu erhalten.“
Programmliche Zukunftsfähigkeit stärken
Der ORF muss programmlich zukunftsfit sein und ist dazu mit einem modernen, breiten Public-Service-Auftrag zu versehen, der den weitreichenden technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung Rechnung trägt und die damit verbundenen neuen Anforderungen an die Bürgerinnen und Bürger adressiert. Ein ORF, der Zukunft haben soll, muss seine Programmaufträge aus Information, Kultur, Sport und Unterhaltung zeitgemäß interpretieren dürfen, national und regional, um weiterhin relevante Angebote für möglichst viele Menschen bereitstellen zu können, darüber hinaus aber auch neue Themen wie KI, Medienkompetenz und digitale Bildung verstärkt im Programm abbilden. Wer den öffentlich-rechtlichen Auftrag stärkt (statt ihn zu beschneiden), nimmt die veränderten Bedürfnisse der Bevölkerung ernst und übernimmt Verantwortung für eine Gesellschaft im Wandel.
Technologische Zukunftsfähigkeit stärken
Der ORF muss technologisch zukunftsfit sein und ist dazu mit zeitgemäßen Gestaltungsmöglichkeiten im Online- und Social-Media-Bereich zu versehen, wie sie das Publikum aufgrund der veränderten Mediennutzungsgewohnheiten zu Recht auch vom ORF erwartet. Ein ORF, der Zukunft haben soll, muss alle relevanten digitalen Plattformen mit zielgruppenadäquaten Inhalten bespielen (dürfen), weil sich Millionen Menschen in Österreich ebendort informieren, bilden und unterhalten lassen. Dies ist auch und vor allem für das junge Publikum von großer Bedeutung. Zudem muss der ORF seinen gesetzlichen Versorgungsauftrag auch im Krisenfall vollumfänglich erfüllen können. Wer ein zukunftsfähiges öffentlich-rechtliches Online-Angebot ermöglicht, schafft realen Mehrwert für eine zunehmend digitalisierte Gesellschaft.
Finanzielle Zukunftsfähigkeit stärken
Der ORF muss wirtschaftlich zukunftsfit sein, und die Finanzierung seiner Aufträge muss ausreichend und nachhaltig abgesichert sein. Nach dem Europäischen Medienfreiheitsgesetz ist die Rundfunkfinanzierung „angemessen, nachhaltig und vorhersehbar“ zu gestalten. Zugleich muss der ORF seinen intensiven Sparkurs fortsetzen und vorhandene Mittel noch effizienter einsetzen. Ein ORF, der Zukunft haben soll, muss nicht nur journalistisch, sondern auch wirtschaftlich unabhängig sein. Wer die unabhängige Finanzierung des ORF und seiner Aufgaben absichert, stärkt eine wichtige Institution der demokratischen Öffentlichkeit und trägt zum Erhalt einer offenen Gesellschaft bei.
Multimediales Gesamtangebot weiterentwickeln
Um den umfassenden gesetzlichen Auftrag zukunftssicher erfüllen zu können, braucht es ein vielfältiges Programmangebot sowie eine multimediale Senderflotte mit zielgruppengerecht positionierten Angeboten in TV, Radio, Online und auf Social Media. Die öffentlich-rechtliche Programmvielfalt aus Information, Kultur, Sport und Unterhaltung ist daher abzusichern, die Programmautonomie des ORF ist weiter zu stärken und die multimediale Senderflotte zeitgemäß weiterzuentwickeln. Darüber hinaus regt der ORF die gezielte Ausweitung des öffentlich-rechtlichen Kernauftrags um ausgewählte Zukunftsthemen an, etwa in den Bereichen digitale Bildung, KI- und Medienkompetenz, sowie ferner die Aufhebung des Crosspromotion-Verbots, das der Mediennutzungsrealität des Publikums nicht mehr entspricht.
Kooperationsmöglichkeiten schaffen
Der ORF versteht sich als Infrastrukturpartner des gesamten österreichischen Medienstandorts und ist offen für neue Kooperationsprojekte, sofern die redaktionelle Unabhängigkeit und die Integrität der ORF-Programme dabei gewahrt bleiben und die Urheberschaft von Inhalten für das Publikum stets nachvollziehbar bleibt. Kooperationen sollten insbesondere dort stattfinden, wo gemeinsame Grundlagen die Medienvielfalt, den Erfolg des Medienstandorts und die digitale Souveränität Österreichs stärken, weshalb der ORF unter anderem Kooperationen zur Stärkung des Werbestandorts, gemeinsame KI-Initiativen und die Weiterentwicklung der gemeinsam genutzten Broadcasting-Infrastruktur anregt, wofür entsprechende regulatorische Weichenstellungen zu treffen sind. Darüber hinaus setzt sich der ORF für die Sicherung von Sport-Übertragungen im FreeTV ein.
Neue Umfrage zeigt hohe Akzeptanz des ORF
Die österreichische Bevölkerung schätzt die Programme und Services des ORF, wie eine aktuelle Umfrage des Instituts marketmind zur Akzeptanz und der Reputation des ORF belegt: Demnach ist die Existenz eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks für Österreich für 78 % der Befragten sehr/eher wichtig. Eine deutliche Mehrheit von 63 % ist der Meinung, der ORF soll erhalten bleiben, 18 % sind für eine Abschaffung, 17 % zeigen sich in dieser Frage unentschieden. Das Gesamturteil zum ORF fällt anhand einer fünfstufigen Schulnotenskala mit einem Mittelwert von 2,5 ebenfalls positiv aus. Im Vergleich der heimischen Medienangebote vertrauen mit 72 % die allermeisten Menschen den Nachrichten und Informationen im ORF. Zwei Drittel (67 %) vertrauen sehr/eher den österreichischen Zeitungen/Zeitschriften bzw. deren Internet-Seiten, die Hälfte dem österreichischen Privatfernsehen (50 %) und 47 % österreichischen Privatradios (Quelle: ORF/marketmind, ORF-Akzeptanz/Reputation, Erhebung Mai/Juni 2026, online/telefonisch, n=1.016). Die Umfrage, die repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren ist, zeigt, dass die konsequente Aufarbeitung der jüngsten Compliance-Fälle im Unternehmen, die transparente Kommunikation des ORF und die Konzentration auf gutes Programm vom Publikum honoriert werden. www.orf.at
Wed, 09. Sep 2026
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