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WDR-Rundfunkrat sieht Verlagerung von "Maus-Radio" von DAB+ ins Internet kritisch
Der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) sieht die Verlagerung des bisherigen DAB+-Kinder-Programms "Die Maus" ins Internet kritisch. Das geht aus einer Stellungnahme von Rolf Zurbrüggen, Vorsitzender des WDR-Rundfunkrats, zur Änderung des Gesetzes über den WDR hervor.
Die geplante Ausgestaltung des neuen WDR-Gesetzes als Soll-Vorschrift bei digitalen Hörfunkwellen bedeute in der Praxis, dass der WDR entweder alle acht terrestrisch verbreiteten Programme beibehält, indem
• der WDR zwei der acht Sender in Kooperationsmodelle mit anderen Landesrundfunkanstalten überführt (1. Option) oder
• der WDR 1Live Diggi oder das Maus-Radio als DAB+-Sender einstellt und damit die staatsvertraglich geforderte Reduzierung direkt umsetzt (2. Option).
Der WDR entscheide im gesetzlichen Rahmen und unter Einbeziehung des Rundfunkrats eigenverantwortlich über seine Programmgestaltung und Verbreitungswege. In diesem Zusammenhang hat der Sender angekündigt, die zweite Option zu wählen und dabei die terrestrische Verbreitung von 1Live Diggi zu priorisieren. Das Maus-Radio soll ins Internet abwandern. Zusätzlich soll das als Mediendienst geltende Programm WDR Event komplett eingestellt werden.
Um das Maus-Radio als reines Online-Angebot fortführen zu können, wäre aber nach der geplanten Gesetzesnovelle ein aufwendiger Dreistufentest erforderlich. Es sei kritisch zu prüfen, wie sich diese verfahrensrechtliche Hürde mit dem Ziel vereinbaren lässt, gerade die jüngste Zielgruppe niederschwellig auch in der Offline-Welt zu erreichen, so Zurbrüggen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der im Gesetzentwurf verankerten Ziele zur Förderung von Bildungsinhalten und Medienkompetenz – Kernbereiche, die das Maus-Radio bereits heute abdeckt.
Das Maus-Radio kann nur über DAB+ erhalten bleiben, wenn entweder dieses oder ein anderes WDR-Programm als Kooperationsprogramm mit anderen ARD-Anstalten angeboten wird. Bisher gilt nur die Welle "Cosmo" als Kooperationsprogramm, was aber nicht ausreicht. www.wdr.de
Thu, 15. Jan 2026
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