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Streaming: ZDF zeigt zweiteilige Doku über Uran aus der DDR für Moskaus Bomben
"Erz um jeden Preis" (1/2)
Um im atomaren Wettlauf mit den USA mitzuhalten, benötigt die Sowjetunion Ende der 40er Jahre Tausende Tonnen Uran. Mit Hochdruck lässt Stalin in ganz Osteuropa danach suchen. In Sachsen werden seine Geologen fündig. In alten Silberminen schlummern riesige Uranvorkommen. Zehntausende Bergarbeiter werden in die Region gebracht, um für das Bergbauunternehmen "Wismut" nach Uran zu graben. Die Aufgabe der "Wismut" ist in der DDR "topsecret". Sowjetsoldaten sichern die Anlagen. Wer unter Spionageverdacht gerät, muss um sein Leben fürchten. Die Arbeitsbedingungen sind hart, doch es locken hohe Löhne und Privilegien. Auch wenn die "Wismut" zeitweilig zum weltweit größten Uranbergbaubetrieb wird, ist sie für die DDR ein Verlustgeschäft, denn das Uran gilt als Reparation für den verlorenen Krieg.
"Strahlende Gefahr" (2/2)
Um den Uran-Hunger zu stillen, wird der Bergbau auf Thüringen ausgeweitet. Auch hier ist die Umweltzerstörung nicht zu übersehen – offiziell ist das Thema in der DDR tabu. 1987 gelangen die heimlichen Recherchen des Bürgerrechtlers Michael Beleites zur radioaktiven Verseuchung in den Westen und er gerät ins Visier der Staatssicherheit.
Am schlimmsten trifft es die Bergleute. Sie arbeiten unter Tage mit radioaktivem Erz, atmen uranhaltigen Staub und Radongas ein. Der Uranbergbau fordert Tausende Opfer. Viele Kumpel erkranken, manche sterben. Die Diagnosen ähneln sich: Staublunge, Gelenkschäden, Lungenkrebs. Erst nach dem Mauerfall endet der Uranabbau. Die Sowjetunion zieht sich zurück. Übrig bleibt eine geschundene Landschaft. Die Sanierung der gigantischen Altlasten ist ein Milliardenprojekt, das die Region noch für Jahrzehnte prägen wird.
Die Sendungen werden mit Untertiteln angeboten. www.zdf.de