Medien International
SRG sendet Radioprogramme ab Mitte November wieder analog über UKW
Die SRG hat ihre früheren UKW-Frequenzen wieder beantragt und kehrt mit der analogen Verbreitung ihrer Sender zurück. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat der SRG die entsprechende Funkkonzession erteilt und diese ist nach Ablauf der Beschwerdefrist nun rechtskräftig. Erste Sende-Standorte werden Mitte November wieder in Betrieb genommen. Mit diesem ersten Schritt können rund 80 Prozent der Bevölkerung wieder mit UKW versorgt werden. Die SRG orientiert sich an den Hör-Bedürfnissen des Publikums und wird die Entwicklung kontinuierlich überprüfen. Die durch die Wiederinbetriebnahme von UKW entstehenden, zusätzlichen Kosten müssen mit dem laufenden, vom Bundesrat verordneten Sparprogramm vereinbart werden und belaufen sich aktuell auf jährlich rund 6,5 Mio. Franken. Eine Vollabdeckung kostete in der Vergangenheit rund 15 Mio. Franken pro Jahr. Weitere Ausbauschritte wird die SRG unter Berücksichtigung der Nutzung durch die Hörerinnen und Hörer sowie einer sorgfältigen Prüfung der betrieblichen und finanziellen Rahmenbedingungen festlegen.
Für Radiohörerinnen und -hörer, welche die SRG-Sender nach der Abschaltung von UKW per Ende 2024 nicht mehr analog empfangen konnten, ist dies nun in allen Sprachregionen zuhause oder unterwegs wieder möglich. Ausgestrahlt werden die jeweiligen Hauptprogramme, darunter auch die Kultursender von SRF, RTS und RSI sowie in der Deutschschweiz die beliebten Regionaljournale.
Geänderte Rahmenbedingungen
Das Publikum hört gerne Radio und nutzt dafür je länger, je mehr digitale Empfangsgeräte. Fast neun von zehn Minuten Radiokonsum erfolgen heutzutage über DAB+ und Internet. Audio-Inhalte werden zudem oft zeitversetzt als Streaming und Podcast gehört. Das Radio passt sich diesen veränderten Nutzungs-Gewohnheiten ständig an. Die Behörden erlassen dazu die nötigen Rahmenbedingungen, auf deren Basis die SRG gemeinsam mit der Branche die UKW-Abschaltung beschlossen hatte. Diese Rahmenbedingungen haben sich geändert: Nachdem das Parlament Ende 2025 einer Verlängerung von UKW zugestimmt hat, schrieb das Bakom die UKW-Frequenzen erneut aus. Die SRG versteht dies als Auftrag der Bevölkerung. Sie hat sich für die Funkkonzession beworben und wird ihre Radioprogramme wieder analog verbreiten.
UKW als Brücke zur digitalen Zukunft
Für all diejenigen Hörer:innen, die in den letzten Jahren auf einen digitalen Empfangsweg umgestiegen sind, ändert sich durch die Wiederaufnahme von UKW nichts. Die Abdeckung mit DAB+ wie auch die Empfangsmöglichkeiten für Audioinhalte über Internet, zum Beispiel die Play-Apps der SRG, sind flächendeckend. UKW dient als Brücke, damit das Radio-Publikum mehr Zeit erhält, um auf digitale Empfangswege umzustellen. Die SRG beobachtet die Entwicklung laufend. Die Verbreitung via UKW ist seit 2020 nicht mehr obligatorisch.
"Unsere Hörer:innen stehen im Zentrum. Den Entscheid des Parlaments, die UKW-Verbreitung weiterhin zu ermöglichen, hat die SRG als Auftrag verstanden. Wir haben deshalb rasch gehandelt und senden unsere Programme in allen Sprachregionen ergänzend zu den digitalen Kanälen auch wieder über UKW. Entscheidend für die SRG ist, dass unsere Inhalte die Menschen erreichen - einfach und verlässlich" unterstreicht Susanne Wille, Generaldirektorin SRG. www.srg.ssr.ch