• √Ėffentlich-rechtlicher Rundfunk in Zeiten des Populismus: Integrationsauftrag in der Online-Welt st√§rken
    Zw√∂lf hochkar√§tige G√§ste aus Politik, Wissenschaft und Medien, 160 Teilnehmer, Vortr√§ge aus Deutschland, den USA, Gro√übritannien, √Ėsterreich und der Schweiz. Mit einem prominent besetzten Workshop hat sich Deutschlandradio in seinem Berliner Funkhaus zusammen mit dem Institut f√ľr Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) der Universit√§t M√ľnster am 16. Mai den Ver√§nderungen in der Medienlandschaft in Zeiten des Populismus gewidmet.

    Deutschlandradio-Intendant Dr. Willi Steul benannte in seinem Er√∂ffnungsvortrag einerseits die "Delegitimierung des Journalismus" als Medienstrategie von Populisten in Deutschland und den USA und mahnte andererseits zu Selbstkritik: "Was machen wir falsch in der Vermittlung der Komplexit√§t der Dinge und im Ringen um L√∂sungen, was ja unser demokratisches Gesellschaftmodell auszeichnet?". Helen Boaden, langj√§hrige Radiochefin der BBC, die derzeit an der Harvard University zur Entwicklung der Medienlandschaft in den USA forscht, beschrieb den Niedergang des amerikanischen Verlagsmodells durch das Internet sowie die Polarisierung in zwei einander feindlich gegen√ľberstehende Medien√∂kosysteme. In Europa m√ľssten die Qualit√§tsmedien daher verst√§rkt die Mitte der Gesellschaft stabilisieren. Der Verfassungsrechtler Prof. Bernd Holznagel forderte, den Integrationsauftrag des √∂ffentlich-rechtlichen Rundfunks zu aktualisieren und bescheinigte Deutschlandradio gro√üe Verdienste im Zusammenwachsen nach der Wiedervereinigung: "Der integrative Auftrag der √Ėffentlich-Rechtlichen muss angesichts der Herausforderungen einer polarisierten √Ėffentlichkeit neu formuliert werden. Nur so kann der gesellschaftliche Diskurs auch in Zukunft von Qualit√§tsmedien abgebildet und eingeordnet werden.‚Äú Im Abschlusspanel, das von der Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien moderiert wurde, betonte der Chef der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt Rainer Robra, dass die √Ėffentlich-Rechtlichen insgesamt "einen guten Job" machten. Robra warnte vor rein personalisierten Nutzungsangeboten, die den umfassenderen Informationsauftrag gef√§hrden k√∂nnen.

    Auf dem ganzt√§gigen Workshop referierten und diskutierten deutsche und internationale Medienvertreter und Fachleute √ľber aktuelle Entwicklungen und den Umgang mit Populismus in ihren L√§ndern. Zu Erfahrungen und landesspezifischen Strategien im Umgang mit populistischen Str√∂mungen sprachen unter anderem Thomas Baumann (ARD-Hauptstadtstudio), Dr. Klaus Unterberger (√Ėsterreich), Caspar Selg (Schweiz), Dr. Irina Katsirea (Gro√übritannien), Dr. Lena Frischlich (Uni M√ľnster) und Deutschlandradio-Chefkorrespondent Stephan Detjen.

    Der Workshop wurde von Deutschlandradio und dem Institut f√ľr Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) der Universit√§t M√ľnster organisiert. Ein Tagungsband ist geplant. www.deutschlandradio.de


    Thu, 18. May 2017




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